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SCHAU- & HÖRFENSTER #2 – GABI SCHAFFNER „PANDEMIC NEW MUSIC. FAZZOLETTO PER UN ETERNITÀ"

Installation im öffentlichen Raum: 29. März bis Ende Mai, Friedrichstr. 5a, St. Georgen

Aufgrund der gegenwärtigen Verbreitung des Covid19-Virus mussten wir die geplante Abschlusspräsentation unserer Residentin Gabi Schaffner leider absagen. Stattdessen können Auszüge des Albums bei einem Spaziergang in der Friedrichstrasse 5a, an der Fassade des Kunstvereins und auf (behandschuhten) Knopfdruck angehört werden. Ergänzend sind im Fenster das Plattencover und Fotografien des Entstehungsprozesses zu sehen. Gabi Schaffner ist damit die zweite Künstlerin, die unser Schau- & Hörfenster bespielt.

 

Ebenfalls gibt ein Web-Stream Einblicke in Gabi Schaffners spannendes Klangprojekt: Unmittelbar in den Räumen der Residenz wurde eine Radiosendung produziert, aufgezeichnet und live gesendet. Der Stream entstand für das Internetradio π-node im Rahmen des ANTIVIRUS-Radiokunstaufrufs. Sie ist unter folgendem Link von Zuhause aus anzuhören: https://www.mixcloud.com/Global_Forest/gabi-schaffner-on-pi-radio-streaming-from-global-forest-ev/

 

Gabi Schaffner „PANDEMIC NEW MUSIC. Fazzoletto per un eternità”

 

“Taschentuch für eine Ewigkeit” – so der Titel in deutscher Übersetzung – ist eine Serie symphonischer Kompositionen basierend auf Posaune, Trompete, Klarinette, Niesern und weiteren Schnupfen-Geräuschen.

Die Musik verknüpft die Künstlerin Gabi Schaffner mit der Biografie der 1899 im toskanischen Hinterland geborenen Mauricia Pucci. Unwillig, die ihr als Mädchen und Frau auferlegten Rollen einzunehmen, wanderte Mauricia 1918 nach New York aus, wechselte zu einer männlichen Identität über und arbeitete fortan als Komponist „Mauricio ‚Farfalla’ Pucci“. Nach dem tragischen Ende seiner Liebesbeziehung zu dem Komponisten Charles Tomlinson Griffes, der 1920 an den Folgen von Überarbeitung und Influenza starb, kehrte Pucci nach Italien zurück. Dort begann er mit dem 1922 von ihm gegründeten „Orchestra di Starnuti“ die Neue Musik mit unwillkürlichen, nasalen Äußerungen zu ‚infizieren’.

Puccis „Schnupfensinfonien“ zeigen eine Annäherung an die Neue Musik, die den Körper und seine flüchtigen Äußerungen mit einschließt. Ihr subversiver Humor mag als Kritik an der weiterhin mageren Repräsentation weiblicher und diverser MusikerInnen in der Musikgeschichte verstanden werden. Vor allem aber ist es eine der unmittelbaren Lebenswelt verbundene Hommage an die Verletzlichkeit und Zeitlichkeit unserer Existenz.

“Taschentuch für eine Ewigkeit“ spielt mit der Überschreitung von Genre- und Geschlechtergrenzen und bildet ein interdisziplinäres Projekt der Künstlerin, in dem Poetik, Komposition und Performance fließend ineinander verschmelzen.

Die Schallplatte „PANDEMIC NEW MUSIC. Fazzoletto per un eternità“ wird voraussichtlich ab Anfang Mai in einer Auflage von 300 Exemplaren mit einem Texteinlegeblatt und in 180 Gramm schweren Vinyl erscheinen. 100 Exemplare davon werden als Sammleredition mit handgedruckter Schallplattenhülle herausgegeben. Beides wird hier in der Residenz erhältlich sein. Wenn Sie Exemplare vorab reservieren möchten, schreiben Sie uns gerne an info@global-forest.com.

Reguläres Album, 200 Exemplare, handkonfektioniert: 22 Euro
Sammleredition, mit mehrfarbigem Siebdruckcover, gestempelt und nummeriert, 100 Exemplare: Nr. 11-25: 80 Euro; Nr. 26-50 100 Euro; Nr. 51-99: 120 Euro­

 

Das Residenzprogramm des Kunstvereins Global Forest wird maßgeblich durch den „Innovationsfond Kunst“ des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg gefördert sowie von „Kundo XT“, „Gruppe Drei“, „Ah&Oh Digital Begeistert“ sowie unseren Mitgliedern und Förderer unterstützt.

 

Im Rahmen dieses Projektes danken wir ebenfalls "Kona Print Factory, Villingen-Schwenningen".

 

Ein besonderer Dank der Künstlerin geht außerdem an die Arbeitsgruppe des Deutschen Phonomuseums und den Posaunenchor der Evangelischen Gemeinde St. Georgen.

 

Trompeten: Claudio Comandini, Hannes Wienert.
Klarinette: Rosanna Lovell.
Singende Säge: Mimosa Pale.
Posaune: Matthias Schmidt.
Nieser: Fast alle meine Freunde (noch am Leben) und unvorhergesehene Bekanntschaften.
Zusätzliches Material: freesound.org, Evangelischer Posaunenchor St. Georgen.

Aufnahmen, Kompositionen, Plattendesign und Covertext: Gabi Schaffner.

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