RUPERT ENTICKNAP
Rupert Enticknap ist ein in Berlin lebender Künstler und Musiker. Seine Praxis oszilliert zwischen Klang, Performance, Musik, Skulptur und Mediation. Rupert arbeitet mit der Stimme als physischem und emotionalem Medium und untersucht in seinen Arbeiten, wie der menschliche Körper als Klang, Erinnerung und Identität wahrnehmbar werden kann. Sein Fokus liegt auf dem Übersehenen – dem Instabilen, dem Zerbrochenen, den Überbleibseln – als fruchtbaren Boden für das Zuhören und Komponieren.
Jüngste Arbeiten wurden auf der DYSTOPIA Sound Art Biennial 2024, im Kunsthaus Hamburg, bei den Köthener Bachfesttagen, im Bärenzwinger Berlin sowie im Rahmen von Residenzen im Sound Art Lab Denmark und im Skogen Gothenburg gezeigt.
Rupert Enticknap engagiert sich für soziale Räume, moderiert die Sendung „celestial bodies” auf Cashmere Radio/Berlin und ist begeisterter Koch. Als ausgebildeter Systemischer Coach unterstützt er Menschen (sowohl aus künstlerischen wie nicht-künstlerischen Bereichen) dabei, ihre Stimme zu finden und mit dem, was sie tun, Wirkung zu erzielen.
Unter dem Arbeitstitel „Zwitschernde Zwischenräume“ erforscht er in St. Georgen die Beziehungen zwischen Körper, Natur und Stimme. Ziel ist es, eine Stimmlichkeit zu finden, die zwischen dem Menschlichen und dem Nicht-Menschlichen (Natur, Fauna) liegt. Vor dem Hintergrund der alemannischen ‚Fasnet‘ kommt es zu einer Neuerfindung der mythischen Figur des „Vogelmenschen“ – halb Mensch, halb Vogel – ausgehend von dem gemeinsamen Element des „Singens”. Das zwitschernd Mehrdeutige, in steter Bewegung Befindliche, wird Vorbild für Transformation, für hybride Klänge, für Andersartigkeit und eine möglicherweise auch für eine grenzüberschreitende Musikalität.
Die Fasnet als rituelle ‚Auszeit‘, als ‚Reise in die Andersheit‘ und als tief verwurzeltes kulturelles Erbe in der Region bildet darum den wichtigen Hintergrund für seinen Aufenthalt. Sind doch die von Ausrufen, Peitschenknallen, Trompeten und Trommeln orchestrierten Umzüge beispielhaft für wilde Mischungen von Genres, Norm und Chaos, Mensch-Tier-Bildern und Tonhaftigkeiten.
Die Künstlerresidenz von Rupert Enticknap wird durch den Musikfonds ermöglicht.
Foto: Amelie Amei Kahn-Ackermann